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Selbstliebe: ein Gebet im Jetzt


Alles, was ich tue, soll für mich sein. Ich will verstehen, was es heisst, bereit zu sein, bis zum Ende seiner Tage mit sich selbst zu leben. Die Individualität, das Eigensein im eigenen Leben. Es heisst, das Ganze Leben für sich zu beanspruchen, sich zu sein und dem zu folgen, wo es einen hinzieht, die Schwellen und Grenzen zu überwinden. Zu wachsen, seinetwegen, nicht, weil ein Ziel erreicht werden muss, sondern für sich selbst, zum eigenen Wohle und im eigenen besten Sinne. Es gilt, die Ketten und Brücken anderer in die eigene Welt zu kappen und ihre Last und ihre deponierten Inhalte wegfallen zu lassen und an ihrer Statt der eigenen Saat Platz zum Gedeihen zu schaffen. Alle Mauern, Steine und Pfähle, die einmal platziert wurden sollen abgerissen werden und der natürlich Wuchs soll emporsteigen, aufdass er die neue Grundlage alles Kommenden bildet und das Kommende zum Seienden wird, was der Grund und aller Inhalt ist. Entsagung und Löschung dem Alten. Ruhe und Kraft dem Jetzigen und eine Brücke zu den Himmeln in der tiefsten Wahrheit, woraus kommen soll, was kommen soll und wir, die es empfangen, bieten den Hof und das Land, in die es darniederkommt, auf das es bleibt und scheint und leuchtet. Wir lassen unser Willensstreben, aufdass von selber dieses Licht und dieser Schwung durch uns kommt. Aufdass der göttliche Wind uns beschwingt und beflügelt und aufdass wir alles tun um nichts zu tun und so kommt, was wahrhaft schon unter uns ist. Sich dem Totenkult und seinem widernatürlichen Erhalt zu entsagen ist der kleine Tod und der Eintritt in das wahre Leben, das durch uns lebt und dem wir wirkend dienen, in dem Gott, die Seele und der Geist einzig Schnittmengen sind, wo alles gleichzeitig eins wird.


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